BIESZCZADY-ZALESZCZYKI

From the Bieszczady Mountains to...

15.04.2010 09:20

 

Unsere erste Recherchereise liegt hinter uns. Am 17.3. ging es los, am 24.3. waren wir zurück: Leipzig, Breslau, Opole, Nowica (Beskid Niski), Dukla, Krywe, Hulskie (Bieszczady). Erste Station: Stiftung Magurycz. Sie kümmert sich um die Pflege und die Restauration von historischen Gräbern. Szymon Modrzejewski von der Stiftung führte uns in die Dörfer der Gegend, davon einige nur noch an Fundamenten oder alten Obstbäumen erkennbar: Czarne, Lipna, Radocyna - verlassene Friedhöfe, Kirchenfundamente. Interviews und Feldaufnahmen.

Von dort aus Weiterfahrt nach Dukla, seit Stasiuks Buch wird die verschlafene, ehemals jüdische Stadt als geheime Literaturhauptstadt gehandelt. Stadtbesichtigung mit einem ausgewiesenen Kenner der Lokalgeschichte: Pan Kazimierz führte uns zu den ehemaligen Synagogen von Dukla, zum Markt, zum Schloss, zum Haus des Rabbiners. Sogar sächsische Spuren gibt es hier: Der Premierminister August des Starken hat einst seine Tochter nach Dukla verheiratet.

Weiterfahrt nach Krywe in den Bieszczady, Unterkunft bei Pani Tosia. Sie kam in den Siebziger Jahren in die Gegend - im Grunde als Pionierin, weil in den entsiedelten, ehemaligen Dörfern nicht mehr genügend Arbeitskräfte für die LPG zur Verfügung standen. Von den ehemals Tausend Einwohnern von Krywe sind geblieben: eine Furt am Bach, ein Hohlweg, viele verwilderte Obstbäume und eine Kirchenruine. Zwischen den Nachbarn heute: zwei, drei Kilometer Leere. Interviews und Recherchegespräche mit den heutigen Bewohnern Krywes, künstlerische Installation, Intervention und  Performance auf dem Fundament eines ehemaligen Bojkenhauses in Hulskie. Fundstücke und Gipsabgüsse.

Heute der Reisetermin zur nächsten Etappe: am 19. Mai geht es los. In der Entstehung sind Zeichnungen, Bilder, Reliefs, Klangcollage, literarische Bricolage.

 

 

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