28.01.2010 03:13
Als Auswärtige unterliegen wir in Kasachstan strengen Kontrollnormen. Zur Vermeidung einer wie auch immer gearteten Gefährdung der öffentlichen Sicherheit müssen wir uns bei einer speziellen Dienststelle der Innenbehörde registrieren lassen. Wenn der Staat weiß, wann und wo sich wer aufhält schützt dies wohl vor irgend etwas, auch wenn es wohl nur die Arbeitslosigkeit einiger Verwaltungsbediensteter ist. Wir nutzen die Gelegenheit des Behördenbesuchs, um in Erfahrung zu bringen, ob und unter welchen Umständen wir eine Photographier- und Drehgenehmigung für Dolinka bekommen können. In der Stadtverwaltung scheint dies niemand zu wissen, und man verweist uns von einer Dienstelle zur anderen, nur um dort einen anderen Verantwortungsträger zu identifizieren. Auch wenn die Zuständigkeit auch am Ende unseres Behördenmarathons weiterhin ungeklärt ist, eine Auskunft bekommen wir überall: Die Bearbeitung eines entsprechenden Antrags dauert mindestens mehrere Wochen. Wir verwerfen den Plan, uns im Gastland an Recht und Gesetz zu halten und beschließen, unser Projekt auch ohne explizites Einverständnis der kasachischen Behörden durchzuführen. Einen guten Nebeneffekt hat diese Odyssee - wir lernen die Stadt besser kennen und sehen auch einige der alten Verwaltungsgebäude aus der Stalinzeit von innen.