Marija Vulesica

Meine Name ist Marija Vulesica. Ich wurde am 26.09.1978 in Berlin geboren. Einen Teil meiner Kindheit verbrachte ich in Zadar, Kroatien. Seit meinem zehnten Lebensjahr lebe ich in Berlin. Nach dem Abitur studierte ich Geschichte und Politikwissenschaft und arbeitete als Journalistin. 2007 entschied ich mich schließlich für eine wissenschaftliche Laufbahn und meldete mich mit dem Thema „Antisemitismus in Kroatien-Slawonien 1879 bis 1914“ zur Promotion an der Freien Universität Berlin an.
An dem Projekt „Überlagerung, Verdrängung oder friedliche Koexistenz“ arbeite ich aus zwei Gründen: einerseits möchte ich einen neutralen, wissenschaftlichen Ansatz zur Erforschung der Erinnerungskultur und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Geschichte in Kroatien fördern. Anderseits ist das Thema der verdrängten oder überlagerten Erinnerung für mich auch ein persönliches. Meine ersten drei Schuljahre fielen noch in die jugoslawische Zeit. Somit war meine schulische Erziehung nahezu vollständig von der Erinnerung an den Partisanenkrieg, den „Volksbefreiungskampf“ und an Tito geprägt. Ab 1991 wurde diese Art von Erinnerung tabu. Statt dessen bestimmte das Gedenken an den „Heimatkrieg“ und die gefallen Opfer des Krieges 1991 bis 1995 das kollektive Gedächtnis.
Das Programm der Geschichtswerksatt Europa bietet hier also ein exzellentes Forum, sich den Fragen nach überlagerten Erinnerungsschichten wissenschaftlich wie auch persönlich zu nähern.

Marija Vulesica  

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