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Erzwungene Lebenswege: Deportation und Auswanderung nach dem Zweiten Weltkrieg in der Moldauischen Sowjetrepublik (1945-1965)

 

In den Jahren 1945 bis 1949 wurden vom Bahnhof Chişinău aus mehr als Hunderttausend Personen – Moldauer, Deutsche, Juden und Ukrainer – nach Sibirien verbannt. Wer von den Deportierten überlebte, kehrte erst Jahre später zurück – wenn überhaupt. Die Erfahrung, deportiert und drangsaliert worden zu sein und das eigene Trauma in einem gleichgültigen sozialen Umfeld nicht mitteilen zu können, stellt einen prägenden Zugang zur Identitätskonstruktion der Deportierten dar. Einige versuchten, die erlebten Schrecken zu vergessen, andere wiederum bemühten sich durch verschiedene Aktionen (u. a. Mahnmale), darauf aufmerksam zu machen. Dieses Thema stellt für die Gesellschaft eine große Herausforderung dar. Im Sommer 2009 weigerte sich die damals regierende Partei der Kommunisten der Republik Moldova, sich im Parlament an einer von der Opposition vorgeschlagenen Schweigeminute zur Erinnerung an die Opfer der Deportationen zu beteiligen. Die öffentliche Brisanz der Bewertung dieses Traumas, das in Moldova Politiker und Akademiker wie einfache Bürger spaltet, verleiht der Untersuchung eine starke gesellschaftliche Relevanz.

Vier moldauische und vier deutsche Studenten untersuchen gemeinsam unter Leitung von Fachleuten dieses Thema in der Republik Moldova. Die Ergebnisse werden auf einer CD-Rom und in einem Kurzfilm zusammengefasst und im Rahmen eines Workshops mit Podiumsdiskussion in Chişinău präsentiert und diskutiert.

 


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