Zukunft der Zeitzeugen | Projektteam Ukraine

Den ukrainischen ehemaligen Häftlingen des KZ Mittelbau-Doras sind wir bis jetzt immer nur zu den Tagen der Erinnerung an die Befreiung des KZ in der Gedenkstätte Mittelbau-Dora begegnet. Dort reisen sie, eingeladen von der Gedenkstätte, die ihren Aufenthalt organisiert und gestaltet, jedes Jahr in kleinen Gruppen an.
Anders als die meisten westeuropäischen Ehemaligen, sind diese Herren das erste und höchstwahrscheinlich das einzige Mal in der Gedenkstätte zu Besuch, da ein wiederholter Besuch für sie allein schon finanziell unmöglich ist. Sie genießen nicht die Anerkennung ihrer Gesellschaft als Opfer des Nationalsozialismus und hatten somit nicht die Aufmerksamkeit um auf die Gestaltung der Gedenkkultur ihres Landes Einfluss zu nehmen und diese maßgeblich mit zu gestalten. Und anders als die westeuropäischen Ehemaligen werden diese nicht von ihren Familien begleitet, so dass es schwierig war einen Eindruck von der Rolle ihrer Geschichte innerhalb der Familie zu erhalten.
Es sind zumeist die Personen, die aufgrund ihrer Situation in der Ukraine zu Zeiten der Sowjetunion aus unterschiedlichen Gründen zuher nie oder nur sehr selten und dann nach politischen Richtlinien die Gelegenheit oder den Raum hatten, über ihre Vergangenheit in den deutschen Konzentrationslagern zu erzählen.
Mit dem Projekt „Die Zukunft der Zeitzeugen“ möchten wir die Gelegenheit wahrnehmen, die Ehemaligen in ihrer Heimat zu besuchen, den Spuren ihrer Vergangenheit zu folgen und wollen versuchen mit ihnen einen Weg für die Zukunft ihrer Geschichte zu finden. Aus ersten Interviewerfahrungen in der Gedenkstätte wissen wir, dass für Ukrainischer dem Überleben der deutschen Konzentrationslager häufig weitere Verfolgung und Repressalien folgten
Mit dem Besuch dieser Menschen bei sich zu Hause hoffen wir natürlich auch den Kontakt zu ihren Kindern, Enkeln und interessierten Menschen aufzunehmen, um mit ihnen den Weg in die Zukunft und neuen Projekten zu gehen.
In unserem internationalen deutsch-russisch-ukrainischem Team aus Anja, Dorothea, Kataryna und Nadja wird es sicher spannend diese Themen gemeinsam in der Fremde zu beleuchten und festzuhalten.

 

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