Der
Zweite Weltkrieg und der aus ihm hervorgehende Kalte Krieg führten
zu einer nachhaltigen Spaltung Europas. Diese zeigt sich bis heute in
den stark unterschiedlichen Erinnerungskulturen der europäischen
Gesellschaften. Die Geschichtswerkstatt Europa 2012 förderte 28
Projekte die das Nachwirken des Zweiten Weltkriegs in den
europäischen Gesellschaften in den ersten 15 Jahren nach Kriegsende
untersuchten. Die internationalen Teams sollten damit einen Beitrag
zum Verständnis der Formierungsphase europäischer
Erinnerungskulturen leisten. Angesiedelt waren die Projekte auf einem
von drei Themenfeldern, die den Umgang mit den Erinnerungen an die
Kriegszeit in der Nachkriegszeit besonders prägten: Rückkehr,
Transfer und Geschichtspolitik. Untersucht wurden u.a. die Fragen: Welche
Unterschiede in den Erinnerungen gibt es zwischen
Deportierten-Gruppen, die an verschiedene Orte gebracht wurden? Wie
wurden im Zeichen des Kalten Krieges Freund- und Feindbilder
konstruiert?
Welchen
Einfluss auf die Erinnerung an weibliche Widerstandskämpfer haben
später etablierte Bilder von der Rolle der Frau?
Wie
wurden die durch den Krieg zerstörten Städte für ideologische
Zwecke neu aufgebaut?