Der Fokus des Projekts liegt auf dem kollektiven Gedächtnis polnischer Emigranten, die im Zuge der gescheiterten polnisch-ukrainischen Offensive auf Kiew (1920) im polnisch-sowjetischen Krieg die Stadt verlassen mussten. Sie hatten nur die Möglichkeit, sich entweder den Bolschewiki zu ergeben oder mit der polnischen Armee die Stadt zu verlassen. Die Verbliebenen wurden im Zuge der 1920er und 1930er Jahre oft Opfer von Repressionen und Deportationen. 1950 gründeten Exilpolen in London die Gesellschaft der Kiewer Polen und begannen damit, ihre Erinnerungen an die verlorenen Heimat zu publizieren. Ihre Erinnerung ist erfüllt von Schmerz und Nostalgie für die verlorenen Heimat, die sie oft bis ins Detail beschreiben. Ziel des Projektes ist es, diese Erinnerungen kritisch zu analysieren und in den heutigen ukrainischen Kontext einzuordnen.