Die zunehmende Integration Europas hat bisher nicht zur Entstehung einer europäischen Erinnerung geführt. Zeitgleich zu ersten Versuchen wie dem Musée de l’Europe dennoch einen entsprechenden Kanon von Erzählungen zu etablieren, beobachten wir eine Renaissance nationalstaatlicher Deutungsversuche, die zunehmend von Regierungen ideologisch instrumentalisiert werden, um der Bevölkerung eine bestimmte Version der Vergangenheit zu vermitteln. Diese Strategien treffen immer wieder auf den Widerstand einzelner Gruppen.
Diese Akteure kritisieren einerseits grundsätzlich den Einfluss des Staates bei der Kreation von Erzählungen und setzen sich für ihre eigene Version des Vergangenen ein. Im Rahmen der Geschichtswerkstatt Europa werden diese Aushandlungsprozesse anhand von Diskussionen um Jubiläen, Museen und Denkmäler kritisch verfolgt und die Rolle zivilgesellschaftlicher und wissenschaftlicher Akteure reflektiert.
[alias] => monopol-staatlicher-geschichtspolitik [image] => media/themen/Minsk Museum FA.jpg [title_en] => Monopoly of state politics of history (Geschichtspolitik)? [description_en] =>The increasing integration of Europe has not so far given rise to a unified European remembrance culture. Along with the first attempts to establish a canon of narratives, by for instance the Musée de l’Europe, there has been a resurgence of state-centred interpretations, which are increasingly used as ideological instruments by governments to project to the population a particular version of history. These strategies frequently encounter resistance from individual groups.
These groups criticise the influence of the state in the creation of narratives and advance their own version of history. Geschichtswerkstatt Europa examines this process of negotiation through discussion of commemorative days, museums, memorials and the role of civil society organisations and academics.
[parentJumpTo] => 0 [parentLink] => Die Eigenschaften des Eintrags anschauen [parentUrl] => abgelaufenes-projekt-details/items/poltawa.html ) [3] => Array ( [id] => 9 [pid] => 3 [sorting] => 252 [tstamp] => 1248196539 [title_de] => Erinnerung und Ethnizität [description_de] =>Vor dem Zweiten Weltkrieg gehörte das Zusammenleben unterschiedlicher ethnischer Gruppen in Mittel- und Osteuropa sowohl in den Städten als auch in den Dörfern zur Normalität. Die bereits vor 1939 existierenden Konfliktlinien wurden in vielen Orten durch Genozid, Bürgerkrieg und die unterschiedlichen Besatzungspolitiken noch verschärft. Da viele dieser Linien bis in die Gegenwart führen, spielt der Zweite Weltkrieg in den europäischen Erinnerungskulturen eine zentrale Rolle als Projektionsfläche für Konflikte, aber auch für die Überwindung dieser durch Akte der Versöhnung. Die Geschichtswerkstatt Europa untersucht in exemplarischen Projekten die Repräsentation von Ethnizität an konkreten Orten in ihrer lokalen Komplexität. Dabei werden die mitteleuropäischen Mosaike nicht allein „rekonstruiert“, sondern der Prozess des erneuten Zusammensetzens hinterfragt. Darüber hinaus wird die Konstruktion von Ethnizität auf der individuellen, lebensweltlichen Ebene nachvollzogen. Deshalb wird im Rahmen der Geschichtswerkstatt Europa anhand einzelner Biographien die Bedeutung ethnischer Identitäten für die Erinnerung an das Europa jenseits der Katastrophe sowie den Einfluss dieser auf den Prozess des Erinnerns untersucht.
[alias] => erinnerung-und-ethnizitaet [image] => media/themen/Projektbild Porajmos.JPG [title_en] => Remembrance and Ethnicity [description_en] =>The coexistance of diverse ethnic groups in the towns and villages of central and eastern Europe was accepted as normal before WWII. The conflict lines which existed prior to 1939 were exacerbated in many places by genocide, civil war and various occupation policies. Since many of these lines extend to the present day, WWII is central to European remembrance cultures as the cause of conflict, as well as the opportunity for reconciliation.
Geschichtswerkstatt Europa investigates the representation of ethnicity at specific sites in its local complexity. This not only ‚reconstructs’ the mosaic of central Europe, but scrutinises the process of re-assembly, thereby tracing the construction of ethnicity on the level of individual, lived experience. Through individual biographies, Geschichtswerkstatt Europa examines the significance of ethnic identities for remembrance of Europe beyond the catastrophe of war and the influence of this on the process of remembrance.
[parentJumpTo] => 0 [parentLink] => Die Eigenschaften des Eintrags anschauen [parentUrl] => abgelaufenes-projekt-details/items/poltawa.html ) ) ) [methods] => Array ( [label] => Methoden, die dem Projekt zugeordnet sind [type] => tags [raw] => 9 [value] => Transkulturelle Reflexion [ref] => Array ( [1] => Array ( [id] => 9 [pid] => 4 [sorting] => 896 [tstamp] => 1248196975 [title_de] => Transkulturelle Reflexion [description_de] =>Ein zentrales Kennzeichen der Geschichtswerkstatt Europa ist, dass in den Projekten Träger unterschiedlicher Kulturen gemeinsam ein inhaltliches Thema behandeln. Dadurch findet das Projekt von Anfang an in Form eines Dialogs bzw. Trialogs statt, der auch die Grenzen gemeinsamer Diskussionen aufzeigt. Erst im Zuge der Projektarbeit werden inhaltliche Differenzen deutlich, aber auch die kulturelle Prägung, die bedingt, wie und warum die Teilnehmer eigentlich ihr Projekt durchführen.
Oft löst in den interdisziplinären Projekten gerade die Einsicht in unterschiedliche kulturelle und wissenschaftliche Sozialisationen Krisen aus. Diese werden in der Geschichtswerkstatt Europa nicht vermieden, sondern als Kernbestandteil der Projektarbeit thematisiert. Die Chance einer Bewältigung dieser Krisen besteht darin, die Bedeutung von eigenen nationalen Prägungen gegenseitig zu hinterfragen und diese zu relativieren, indem durch die Konfrontation der eigenen Wissenskultur mit anderen Grundannahmen scheinbare Gewissheiten ins Wanken geraten.
[alias] => transkulturelle-reflexion [image] => media/methoden/TadO2008 Schloegel u Garai Gespraech GB.JPG [title_en] => Transcultural reflection [description_en] =>It is fundamental to Geschichtswerkstatt Europa that the projects bring together participants from different cultures to work on one theme. From the outset the projects therefore involve dialogue, which reveals the limitations of collective discussions. It is only in the course of the project work that differences become apparent, as well as cultural conditioning, dependent on how and why the participants carry out their project.
Interdisciplinary projects often trigger different cultural and academic crises of socialisation. These are not ignored by Geschichtswerkstatt Europa, but are instead thematised as an important part of the project work. These crises can be overcome by questioning and qualifying the significance of ones own cultural conditioning, while challenging the certainties of ones own knowledge by confronting it with other fundamental assumptions.
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Meine Forschungsinteressen beziehen sich auf die Geschichte Russlands und der Ukraine, und zwar besonders auf die Stadtgeschichte, die Bildungsgeschichte, Imperium und Nationalitäten sowie in letzter Zeit vermehrt Erinnerungskulturen und Imperium und Krieg. [description_en] => My formation as a historian was shaped by accidents, fortune and above all by good teachers. Currently I am in the chair of the history of Eastern Europe at the Albert-Ludwig University Freiburg (until spring 2010). But I have graduated from the University of Cologne (Köln) in 1987/88. At the time I did research on the nationalities question in late Imperial Russia and a few years later I completed my PhD in this area of research, on the history of multinational Odessa at the end of the 19th, early 20th century. In the following I transferred to the university of Bielefeld where I conducted research on the history of late Imperial Russia’s emerging middle class(es) (1995-1997) which led to a volume which I have edited and whose first part I have written. I was able to finish up in the following years with the financial support of the DFG my second dissertation on the Volga as a site of memory from the 17th to the early 20th century (2004). During that time I also taught as a guest professor at the University of Halle-Wittenberg (2002), conducted research at the Harvard Ukrainian Research Institute (2002-2003) and organized workshops for young Ukrainian historians in Kyiv (2001-2003, supported by the VolkswagenStiftung). After the completion of my second dissertation I taught for three years as a lecturer at the Trinity College Dublin before I accepted the offer of the University of Freiburg. 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[description_en] => I’m German and 24 years old. Currently, I’m a student at the University of Freiburg and at the final stage of my studies. My fields of study are Politics, History and Economics. In 2006/07 I spent a year studying abroad at the Trinity College Dublin, Ireland. Apart from the usual stuff like sports, movies, music etc., I’m interested in any kind of satire and cabaret. I also like reading, especially German and Russian literature. And just recently I discovered photography as a new hobby. Besides, I’m a member of the Young European Federalists Movement and engage myself for the peaceful integration of the European Continent. My motivation to participate in this project results from my general interest in Eastern Europe and its history as well as from a biographical anecdote: my grandparents were so-called Black Sea Germans, who used to settle in the Southern Ukraine. This project is a great opportunity to get in contact with the land of my forefathers. 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Nun bin ich interessiert daran, die Konsequenzen des Ereignisses zu analysieren, also seine Einflüsse auf die gegenwärtige Entwicklung unseres Landes sowie auf die internationalen Beziehungen zwischen den Europäischen Ländern und Russland zu untersuchen. Alles in allem sehe ich dieses Projekt als eine einzigartige Chance, das Thema der Schlacht von Poltava Schicht um Schicht aufzudecken, - und dabei neue Sichtweisen auf die Welt kennenzulernen und mehr von mir selbst sowie den Menschen um mich herum zu entdecken. [description_en] => My name is Anastasiya Maliyenko. I am a second year student majoring in International Economics. The essential about me is that I like to learn from the world, to open unknown and to face positive challenges. I know exactly what I want to achieve in this life; I know who I want to be and that is why every day I continue discovering and developing my potential and abilities. I am very ambitious, enthusiastic and adventurous person and I like to be involved in new activities. So, participating in this project is a challenge for me, because here I can try myself in new roles: in the role of a scientist - when I need to do scientific research on the topic and work with archives, in the role of an analyst- when I analyze places of remembrance and thus link past and present, in the role of a discoverer – because in the process of researching we might find some facts that were unknown before, and in the role of a journalist - when we will introduce our results and interpretations to the public. I am eager to broaden my knowledge about the Poltava Battle. For a long time I knew this event just as a fact, as a highlighted date in the history of our country. We were taught a lot at school, we heard a lot from mass media, from our parents and grandparents about this event. 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Die Schlacht bei Poltawa ist ein interessantes und weiteichendes Thema; zum einen handelt es sich um ein Ereignis, welches vor 300 Jahren stattfand, zum anderen aber auch um ein ebenso aktuelles, welches einen Teil der ukrainischen Zeitgeschichte bildet. Im Rahmen des Projektes besuche ich die Ukraine zum ersten Mal und bin froh, die Geschichte dieses Landes quasi hautnah erfahren zu dürfen. Ich freue mich sehr auf die Bekanntschaft und Zusammenarbeit mit den Studenten auf ukrainischer Seite und allen anderen Beteiligten. Ich sehe das Projekt als eine tolle Möglichkeit und Herausforderung, in einem internationalen Team zu arbeiten. [description_en] => Hello everybody! My name is Maria Martens and I am student at the Albert-Ludwigs-University of Freiburg/Germany since October 2005. I am 23 years old. My birthplace is Vilnius, the capital of Lithuania, but I`ve lived in Germany since the age of 3. The major subjects I study are History and Geography, both with a focus on the region of the former states of the Soviet Union. Besides my studies I work as assistant at the School of History of the Freiburg Institute for Advanced Studies and as a waitress in a small café in Freiburg. In my leisure time I spend a lot of time with my family, my friends and books (which are not necessarily linked with my fields of study). I have no precise plans for my future life. But one major goal certainly is to see as much parts of our world as possible. In my opinion, this project is a unique opportunity to learn more about the Ukrainian history and the way it is commemorated today on the one hand, and to get to know the Ukrainian culture and people on the other hand. The Battle of Poltava is a very interesting issue; it is not just an event that took place 300 years ago, it is also an actual matter that is part of the contemporary history of the Ukraine. 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Ich bin am 20. März 1987 in Sankt Petersburg geboren. Ich studiere Geschichte und Ostslavistik an der Albert- Ludwigs- Universität Freiburg. Momentan schreibe ich meine Bachelor- Arbeit über die Beziehungen der Kiever Rus' zu dem ostfränkischen Herrschaftsgebiet. An dieser Thematik erkennt man, dass sich mein Interessenschwerpunkt in der Osteuropäischen Geschichte befindet. Meine Hauptthese hierbei ist grundsätzlich, dass Osteuropa ein wichtiger Teil Europas und damit der europäischen Geschichte ist; somit lassen sich gegenseitig kulturelle und politische Beziehungen über die verschiedenen Epochen feststellen. Dies ist der Grund, warum Poltava und die Schlacht von Poltava für mich von Interesse sind. Es handelt sich um eine Schlacht zwischen zwei fast imperialen Großmächten: Schweden und das zaristische Russland im europäischen Kontext. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: In der aktuellen deutschen Geschichtsforschung hat in den letzten Jahren eine neue Mode Einzug gehalten, der „Cultural turn“. Diese Strömung ist auf die Kulturwissenschaften zurückzuführen und ein wichtiger Teilbereich ist dabei die Erforschung von Erinnerungskulturen. Die Leitfragen hier sind: wie wird etwas erinnert und was für verschiedene Erinnerungsschichten und Veränderungen lassen sich erkennen. Hier kann Poltava mit der Erinnerung und Erinnerungspräsentation ein Fallbeispiel sein. Interessant ist auch der Vergleich und die Gegenüberstellung mit der Erinnerung an die Varusschlacht in Deutschland. Dazu lohnt sich zum Beispiel ein Vergleich der verschiedenen Museumskonzeptionen in Deutschland und in der Ukraine. Daher habe ich vor, verschiedene Museen und Ausstellungen zur Varusschlacht in Nordrhein-Westfalen zu besuchen, und im Anschluss die Erinnerungsschichten zu den beiden Schlachten zu vergleichen. [description_en] => My name is Kristina Offterdinger. I was born in Saint Petersburg on the 20th March in 1987. I study History and Slavic Studies at the Albert-Ludwigs-University in Freiburg. This summer I am writing my Bachelor-thesis about the Kievan Rus' and its connections with the East Francian territory. The topic of my thesis easily reveals that I am very interested in Eastern European History. As I see it, Eastern Europe is an important part of Europe and thus of European history. In my thesis I argue that there has been a strong cultural connection and interaction between Eastern and Central Europe throughout history. The Poltava-Project is of interest to me, because the Battle of Poltava has a European context. It was a battle between the mighty empires of Sweden and Tsarist Russia. Furthermore, I am interested in the Project because it addresses a new influence in modern historical works. In Germany this field of research is called the “Cultural turn”. 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Weitere Fragen lauteten: Wie kristallisieren sich diese Erinnerungen in Museen, Denkmälern und an anderen Orten? Wie werden Erinnerungsmuster von Generation zu Generation in unterschiedlichen Kulturen geprägt? Wie verändert sich die Vermittlung von Vergangenheit nach dem Ableben der Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs?
[image] => media/ausschreibungen/schichten-der-erinnerung-key.jpg [title_en] => 2009 Layers of remembrance [description_en] =>In 2009 Geschichtswerkstatt Europa was focussing on ´layers of remembrance´, 28 international teams were analysing the ways in which Europe today remembers its many conflicts. The projects investigated how memories of violence, resistance, opposition, civilian courage and solidarity in the 20th century are layered and overlapped in villages, towns and regions.
Further questions posed were: how are these memories embodied in museums, memorials and other sites? How are patterns of memory shaped and passed down from generation to generation in different cultures? As there are fewer surviving contemporary witnesses of the Second World War, how is the articulation of the past changing?
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