Array ( [entries] => Array ( [0] => Array ( [id] => 54 [catalog_name] => Projekte [parentJumpTo] => 0 [tablename] => tl_project [class] => first last even [data] => Array ( [image] => Array ( [label] => Bild des Projekts [type] => file [raw] => media/projekte/12010 Projektbild Polnische und sowietische Geschichtspropaganda.JPG [value] => [files] => Array ( [0] => media/projekte/12010 Projektbild Polnische und sowietische Geschichtspropaganda.JPG ) [meta] => Array ( ) ) [themes] => Array ( [label] => Themen, die dem Projekt zugeordnet sind [type] => tags [raw] => 6,7,9 [value] => Die Perspektive der Zeitzeugen, Zwangsarbeit europäisch erinnern, Erinnerung und Ethnizität [ref] => Array ( [1] => Array ( [id] => 6 [pid] => 3 [sorting] => 224 [tstamp] => 1257842186 [title_de] => Die Perspektive der Zeitzeugen [description_de] =>

Die Geschichtswerkstatt Europa fragt zum Beginn des 21. Jahrhunderts nach der Zukunft der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg, da mit dem langsamen Ableben der Erlebnisgeneration eine Veränderung in den europäischen Erinnerungskulturen erfolgt. "Der Zeitzeuge", der bisher als scheinbar direkter Berichterstatter für vermeintliche Authentizität stand, legitimiert nicht mehr die kulturelle Praxis des Erinnerns an die Katastrophen des 20. Jahrhundert. Die Vermittlung von Ursachen und Konsequenzen dieser steht vor neuen methodischen, moralischen und didaktischen Herausforderungen. 

Daraus ergibt sich die Frage, wie die Nachgeborenen heute kritisch mit den Zeugnissen ganz unterschiedlicher Erlebnisgenerationen umgehen. Wie können sie, ohne die Wahrhaftigkeit dieser Erzählungen anzuzweifeln, die so entstandenen Texte in ihrem selbst geschaffenen Entstehungskontext dechiffrieren und Erzählmuster sowie -strategien erkennen? Wie ist es möglich, Zeitzeugen im Prozess des kritischen Umgangs mit der durch den Forscher und Zeitgenossen selbstgeschaffenen hermeneutischen Situation nicht als "lebendigen Text" sondern als individuellen Menschen wahrzunehmen? Wie kann das Wechselspiel aus Annäherung und Distanzierung im Spannungsfeld von Empathie und Analyse einen Gewinn für die Zeitzeugen und die Fragenden entwickeln?

Um diesen Fragen nachzugehen, stellen verschiedene Projekte der Geschichtswerkstatt Europa unterschiedliche Gruppen von Zeitzeugen in den Mittelpunkt ihres Projektes. Andere Projekte verwenden Oral History Interviews zur zusätzlichen Kontextualisierung ihrer Suchbewegungen. Was Ihnen gemein ist: Sie gehören zu den letzten Projekten, die diese Quelle von Legitimation ihrer Arbeit zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust direkt in Anspruch nehmen können.

 

[alias] => die-perspektive-der-zeitzeugen [image] => media/themen/Elektrosila Zeitzeugin FA.jpg [title_en] => The perspective of contemporary witnesses [description_en] =>

At the beginning of the 21st century, Geschichtswerkstatt Europa asks about the future of remembrance regarding the Second World War, as changes are occuring in European cultures of memory through the gradual waning away of witnesses taht are able to give a first-hand account. Having called on the implicit authenticity of first-hand reporters, nowadays contemporary wittnesses alone are no longer able to legitimise the cultural practice of remembering the catastrophes of 20th century history. The discussion of reasons and consequences of these confronts us with new methodical, moral and didactical challenges.

How can younger generations critically come to terms with the accounts of different generations, sharing different experiences? How can they look behind the codes, patterns and strategies of accounts within the specific contexts from which they emanated, without questioning their validity as a whole? How is it possible to keep perceiving wittnesses as individuals in their own right within a hermeneutical process that subjects them to critical scrutiny? How can the simultaneous actions of approaching and distancing oneself, while constantly transgressing the borders of empathical proximity and analytical distance, be of gain to both wittnesses and researchers?

In order to follow up on these questions, different projects of Geschichtswerkstatt Europa have put contemporary wittnesses into the focus of their undertakings. Other projects employ the methods of Oral History in order to further contextualise their research. What unites them: they are among the last projects that will be able to call on this source of legitimisation of their dealing with the history of World War Two and the Holocaust.

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Im Zuge des Zwanzigsten Jahrhunderts wurde Zwangsarbeit als Handlungsoption zu einem Kennzeichen moderner, rationaler, wirtschaftlicher, staatlicher Logik. In autoritären und totalitären Staaten wie dem Dritten Reich und der Sowjetunion wurde Zwangsarbeit zu einem wirtschaftspolitischen Instrument wurde, das Millionen von Menschen das Leben kostete.

Wie wird diese Entwicklung in unterschiedlichen europäischen Gesellschaften heute thematisiert? Welche Bedeutung hat dabei die Entfernung der Einsatzorte zu den heutigen Wohnorten der Betroffenen und ihrer Nachfahren für die Erinnerung an das widerfahrene Unrecht? Die Geschichtswerkstatt Europa ist diesen Fragen in besonderer Weise verpflichtet, da die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ im Jahre 2000 gegründet wurde, um vor allem Zahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter zu leisten. Heute zählen das Engagement für die Opfer des Nationalsozialismus und die Auseinandersetzung mit der Geschichte zu den zentralen Handlungsfeldern der Stiftung.

[alias] => zwangsarbeit-europaeisch-erinnern [image] => media/themen/Perm36FA.jpg [title_en] => European remembrance of forced labour [description_en] =>

In the 20th century forced labour became the hallmark of modern, rational, economical state logic. In authoritarian and totalitarian states like the Third Reich and the Soviet Union forced labour became an instrument of economic policy which cost millions of people their lives.

How is this development treated in different European societies today? What relevance does the removal of these sites have to those who were involved and where they live now, as well as to their descendents and what significance does it have for the remembrance of the injustice that they suffered? Geschichtswerkstatt Europa is particularly engaged with these questions because the Foundation for Remembrance, Responsibility and the Future was set up in 2000 to make payments to former forced labour camp internees. Central to the Foundation’s work today is the commitment to the victims of Nazism and the exploration of this period.

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Vor dem Zweiten Weltkrieg gehörte das Zusammenleben unterschiedlicher ethnischer Gruppen in Mittel- und Osteuropa sowohl in den Städten als auch in den Dörfern zur Normalität. Die bereits vor 1939 existierenden Konfliktlinien wurden in vielen Orten durch Genozid, Bürgerkrieg und die unterschiedlichen Besatzungspolitiken noch verschärft. Da viele dieser Linien bis in die Gegenwart führen, spielt der Zweite Weltkrieg in den europäischen Erinnerungskulturen eine zentrale Rolle als Projektionsfläche für Konflikte, aber auch für die Überwindung dieser durch Akte der Versöhnung. Die Geschichtswerkstatt Europa untersucht in exemplarischen Projekten die Repräsentation von Ethnizität an konkreten Orten in ihrer lokalen Komplexität. Dabei werden die mitteleuropäischen Mosaike nicht allein „rekonstruiert“, sondern der Prozess des erneuten Zusammensetzens hinterfragt. Darüber hinaus wird die Konstruktion von Ethnizität auf der individuellen, lebensweltlichen Ebene nachvollzogen. Deshalb wird im Rahmen der Geschichtswerkstatt Europa anhand einzelner Biographien die Bedeutung ethnischer Identitäten für die Erinnerung an das Europa jenseits der Katastrophe sowie den Einfluss dieser auf den Prozess des Erinnerns untersucht.

[alias] => erinnerung-und-ethnizitaet [image] => media/themen/Projektbild Porajmos.JPG [title_en] => Remembrance and Ethnicity [description_en] =>

The coexistance of diverse ethnic groups in the towns and villages of central and eastern Europe was accepted as normal before WWII. The conflict lines which existed prior to 1939 were exacerbated in many places by genocide, civil war and various occupation policies. Since many of these lines extend to the present day, WWII is central to European remembrance cultures as the cause of conflict, as well as the opportunity for reconciliation.

Geschichtswerkstatt Europa investigates the representation of ethnicity at specific sites in its local complexity. This not only ‚reconstructs’ the mosaic of central Europe, but scrutinises the process of re-assembly, thereby tracing the construction of ethnicity on the level of individual, lived experience. Through individual biographies, Geschichtswerkstatt Europa examines the significance of ethnic identities for remembrance of Europe beyond the catastrophe of war and the influence of this on the process of remembrance.

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Geschichte hat immer eine zeitliche und eine räumliche Dimension. Während die Chronologie zu einer Grundstruktur von erzählter Geschichte geworden ist, geriet die Analyse von räumlichen Strukturen über lange Zeit ins Hintertreffen. Inspiriert von den Ideen Karl Schlögels bietet die Geschichtswerkstatt Europa einen Rahmen, um Europa als Raum neu zu vermessen und ihn gedanklich neu zusammenzufügen. Dafür sind die Exkursion und die Besichtigung der Orte selbst zu einem prägenden Element vieler Projekte geworden.

Ein wichtiges Konzept, in dem Erinnerung als Identität stiftender Prozess mit einer räumlichen Dimension verknüpft wurde, ist in den lieux de mémoire bzw. Erinnerungsorten auszumachen, die nach Pierre Nora von Hagen Schulze, Etienne François und anderen weiter entwickelt wurden. In den Projekten der Geschichtswerkstatt Europa werden europäische Kulturlandschaften nach jenen Kristallisationspunkten untersucht, die generationenübergreifend eine starkes Potenzial zur Schaffung kollektiver Identität aufweisen.

[alias] => analyse-von-erinnerungsraeumen [image] => media/methoden/Kuestrin Obelisk Aufnahme BV.JPG [title_en] => Analysis of sites of remembrance [description_en] =>

History always has both a temporal and a spatial dimension. As chronology has become the fundamental structure of narrated history, the analysis of spatial structures has long been neglected. Inspired by the ideas of Karl Schlögel, Geschichtswerkstatt Europa provides the opportunity to reconsider Europe as a space and to reconstruct it intellectually. Excursions and site visits are therefore a vital element of many projects.

The terms lieux de mémoire or sites of memory/remembrace (Erinnerungsorten) developed by Hagen Schulze, Etienne François and others after Pierre Nora, conceptualise memory/remembrance as an identity-forming process with a spatial dimension. The projects of Geschichtswerkstatt Europa look for these ‚points of crystallisation’ in European cultural landscapes which offer the greatest potential for collective identity creation across the generations.

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Im Rahmen der Geschichtswerkstatt Europa werden europäische Erinnerungskulturen untersucht. Oft handelt es sich dabei um so genannte Geschichte Zweiten Grades, die bereits in aufbereiteter Form analysiert wird. Dennoch ist auch diese Rezeptionsgeschichte bereits ein Vorgang, der sich in diesen Zeugnissen niederschlägt. Deshalb wird in den Projekten der Geschichtswerkstatt Europa ihr Entstehungskontext beachtet und das Handwerkszeug der Quellenkritik angewandt.

So ist es möglich, so genannte Sekundärquellen als Primärquellen zu lesen und zu analysieren, welche Aussagen sie über die Verarbeitung und Vermittlung von Wissen zulassen. Der kritische Umgang mit sowie die sorgfältige Analyse von Dokumenten lässt sich auch auf andere Quellengattungen wie das Internet, Plakate, Inschriften übertragen.

[alias] => quellen-kritisch-lesen [image] => media/methoden/Trabantseminar Studium FA.jpg [title_en] => Reading sources critically [description_en] =>

Geschichtswerkstatt Europa examines European remembrance cultures. This often involves so-called secondary history, which is analysed in its pre-processed form.  However, reception history is an approach which is already reflected in these testimonies. Therefore, project teams scrutinise the context in which testimonies were created and apply the skills of reading sources critically.

It is therefore possible to read secondary sources as primary sources and to analyse what they reveal about the manipulation and mediation of knowledge. This critical engagement with documents alongside their close analysis can be transferred to other sources such as the internet, posters and inscr

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Im Rahmen der Geschichtswerkstatt Europa wird der systematische Vergleich in Verbindung mit anderen Methoden eingesetzt, weil er das Potenzial zu einer vertiefenden Analyse bietet und über eine rein nationale Sichtweise hinaus weist. Dabei werden am Projektbeginn Parameter festgelegt, nach denen sich zwei Fälle, zwei Orte oder zwei Perspektiven bezüglich ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede befragen lassen.

Die potenzielle Gefahr einer Nationalisierung im Vergleich zweier exemplarischer Beispiele wird im Rahmen der Geschichtswerkstatt Europa nicht gänzlich überwunden. Es wird in den einzelnen Projekten aber der Versuch unternommen, kulturelle Transferprozesse zu erkennen, die eine innere Dynamik bzw. Vernetzung zwischen den gewählten Beispielen aufzeigt und dort ihr Verhältnis selbst zum Thema der Untersuchung macht.

[alias] => europaeischer-vergleich [image] => media/methoden/Neumark Exkursion Bruecke Hohenwutzen CaroMekelburg.JPG [title_en] => European comparison [description_en] =>

Geschichtswerkstatt Europa uses systematic comparison in conjunction with other methods, because it allows for a deeper analysis which moves beyond a purely national viewpoint. At the start of a project, the parameters are determined for a comparison of the similarities and differences of two cases, geographical locations or perspectives.

The potential danger of nationalisation when comparing two examples is not entirely avoided by Geschichtswerkstatt Europa. However, the individual projects attempt to acknowledge the process of cultural transfer, which reveals the inner dynamic or links between the two chosen examples and shapes their relationship to the theme of the investigation.

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Ein zentrales Kennzeichen der Geschichtswerkstatt Europa ist, dass in den Projekten Träger unterschiedlicher Kulturen gemeinsam ein inhaltliches Thema behandeln. Dadurch findet das Projekt von Anfang an in Form eines Dialogs bzw. Trialogs statt, der auch die Grenzen gemeinsamer Diskussionen aufzeigt. Erst im Zuge der Projektarbeit werden inhaltliche Differenzen deutlich, aber auch die kulturelle Prägung, die bedingt, wie und warum die Teilnehmer eigentlich ihr Projekt durchführen.

Oft löst in den interdisziplinären Projekten gerade die Einsicht in unterschiedliche kulturelle und wissenschaftliche Sozialisationen Krisen aus. Diese werden in der Geschichtswerkstatt Europa nicht vermieden, sondern als Kernbestandteil der Projektarbeit thematisiert. Die Chance einer Bewältigung dieser Krisen besteht darin, die Bedeutung von eigenen nationalen Prägungen gegenseitig zu hinterfragen und diese zu relativieren, indem durch die Konfrontation der eigenen Wissenskultur mit anderen Grundannahmen scheinbare Gewissheiten ins Wanken geraten.

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It is fundamental to Geschichtswerkstatt Europa that the projects bring together participants from different cultures to work on one theme. From the outset the projects therefore involve dialogue, which reveals the limitations of collective discussions. It is only in the course of the project work that differences become apparent, as well as cultural conditioning, dependent on how and why the participants carry out their project.

Interdisciplinary projects often trigger different cultural and academic crises of socialisation. These are not ignored by Geschichtswerkstatt Europa, but are instead thematised as an important part of the project work. These crises can be overcome by questioning and qualifying the significance of ones own cultural conditioning, while challenging the certainties of ones own knowledge by confronting it with other fundamental assumptions.

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Unsere Organisation beschäftigt sich mit einer der tragischsten und schwierigsten, und wahrscheinlich auch der unpopulärsten Themenstellung in Russland – mit der Geschichte der in der Sowjetunion ausgeübten politischen Repressionen.  Der Bewusstwerdungsprozess dieser Seite der Geschichte geht nur sehr langsam vor sich. Deshalb ist jeder noch so kleine Versuch von Historikern und gesellschaftlichen Akteuren wichtig, der sich zum Ziel gesetzt hat, das Gedächtnis zu bewahren und in einem größeren Maßstab zu vermitteln. Ohne dies sehe ich keine Zukunft für mein Land. Unser von der Geschichtswerkstatt finanziertes Forschungsprojekt ist eines dieser Mosaiksteine. Ähnlich wie die Geschichtsexpeditionen, die wir regelmäßig an den Orten in der Region durchführen, an denen Spezialsiedlungen oder Lagerpunkte existiert haben, bringt das Projekt Menschen ganz unterschiedlichen Alters und unterschiedlichem Erfahrungshintergrund zusammen: Von Studierenden bis hin zu Wissenschaftlern und Dozenten, die bereits erfolgreich in Perm, Berlin und Bremen forschen und lehren. Dabei vereinigt uns unser Interesse für die ungeschönte Geschichte Russlands, den Wunsch, Zeitzeugen aus der sowjetischen Epoche und die Orte ihrer Verbannung und Gefangennahme mit eigenen Augen zu sehen. Und – nicht minder wichtig – wir wollen verstehen, aus welchem Grund und auf welche Weise das Gedächtnis an Orte und Menschen bewahrt wird. Für die russische Seite wird uns dieses Forschungsprojekt wie kein anderes unterstützen, unser Geschichtsbewusstsein zu reflektieren. 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Ich glaube, dass unser Projekt „Krieg der Erinnerungen“? nicht „nur“ die Widerspiegelung des Einflusses der historischen Ereignisse auf einzelne Menschen zeigen wird, sondern uns allen auch hilft, uns von vielen historischen Mythen zu befreien, die die Völker oft trennen. 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Dyskusja na temat pomnika zesłańcom Sybiru we Wrocławiu, In: Deportacje w Polsce i Rosji w XX wieku: "Wojna pamięci?", Gorzów Wielkopolski 2011, S. 29-33. - Память по-католически? In: Депортации в России и Польше в XX веке: Война воспоминаний?, Пермь 2010, C. 29-34 [publications_en] => - Minority Rights in a Contemporary Dictatorship: The Case of the Polish Minority in Belarus, In: European Union Foreign Affairs Journal, No. 3-2011, S. 10-77 - Auf katholisch erinnern? Eine Diskussion über das Denkmal für die Sibirienverschleppten in Wroclaw, In: Deportationen in Russland und Polen im 20. Jahrhundert, Gorzów Wielkopolski 2011, S. 29-33. - Pamiętać po katolicku? Dyskusja na temat pomnika zesłańcom Sybiru we Wrocławiu, In: Deportacje w Polsce i Rosji w XX wieku: "Wojna pamięci?", Gorzów Wielkopolski 2011, S. 29-33. - Память по-католически? 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Diktatur, Krieg, Zwangsarbeit und Völkermord prägten das Europa des 20. Jahrhunderts. Sie führten zu millionenfachem Tod, aber auch zu massenhafter Zwangsmigration, die in die Erinnerungskulturen europäischer Gesellschaften als Deportation, Flucht, Evakuierung, Umsiedlung, Auswanderung, Repatriierung, Vertreibung u. a. eingegangen sind. Für Überlebende und Nachgeborene bleibt die Herausforderung, dass ihre Erinnerungen an diese Gewalterfahrungen auf Orte Bezug nehmen, die oft weitab vom ihrem heutigen Lebensmittelpunkt liegen. Die geographische Entfernung wird durch eine kulturelle Distanz verstärkt, die daraus resultiert, dass dort heute zumeist andere Menschen leben, deren Erinnerung zu ebenso entfernten Orten führt.

Spätestens seit dem Fall des Eisernen Vorhangs kann man an diese Orte wieder zurückkehren, sie besuchen und sie erforschen. Die Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit, aber auch zwischen den Orten wird seither in Form von Reisen, Erzählungen, Symbolen und Ritualen hergestellt. Durch die so geprägten Pfade der Erinnerung werden Wege der Zwangsmigration vergegenwärtigt und die aus ihnen resultierende Distanz verringert.

Die Stiftung EVZ förderte im Rahmen der Geschichtswerkstatt Europa im Programmjahr 2010 internationale Teams, die gemeinsam einen oder mehrere Pfade der Erinnerung analysierten, die heute eine besondere Relevanz aufweisen. Das bedeutete, dass ihr Projekt ein Verständigungs-, Annäherungs-, bzw. ein Konfliktpotenzial für die jeweiligen Gesellschaften hatte.

 

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Twentieth-century Europe has been marked by dictatorship, war, forced labour and genocide. This has resulted in not only millions of deaths but also enforced migration, which has become stored in the collective memory as deportation, flight, evacuation, displacement, emigration, repatriation, dispossession, etc.. The challenge facing survivors and their descendants is that memories of these acts of violence are often connected with places very far removed from their current lives. The geographical distance is intensified by the cultural distance which is created as those places are inhabited nowadays by different people whose memories relate to other, equally distant places.

With the fall of the Iron Curtain it has become increasingly possible to return to these places, to visit and study them. The connection between the past and the present, indeed, between one place and another, has been established since then by way of journeys, narration, symbols and rituals. The Paths of Remembrance thus taken help to recollect routes of forced migration and to reduce the distance that eventuated from it.

In the programme year 2010, within the framework of Geschichtswerkstatt Europa, the Foundation EVZ funded international teams as they collaborated on analysis of one or more Paths of Remembrance of particular relevance today. This means that the subject of project work needed to have the potential to create understanding, reconciliation and/or conflict for the societies concerned.

 

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Bild des Projekts

Deportationen in Russland und Polen im 20. Jahrhundert: „Krieg der Erinnerungen?“

Dieses russisch-polnische Projekt analysiert die Gründe für die unterschiedlichen Wahrnehmungsmuster und Erinnerungsperspektiven auf das Thema Deportationen in Russland und Polen im 20. Jahrhundert. Den Kern der Forschung bilden zwei Forschungsreisen durch Russland und Polen, auf denen Zeitzeugen interviewt werden. Individuelle, persönliche Erfahrungen russischer und polnischer Deportierter sollen dadurch in den Mittelpunkt gestellt und analysiert werden, ihre Pfade der Erinnerung aufgezeigt und der Frage nachgegangen werden, ob ungeachtet der Nationalität von einer gemeinsamen Erinnerung bzw. von Gemeinsamkeiten mancher Erfahrungen gesprochen werden kann. Dabei soll die Geschichte dieser Deportationen in einen neuen grenzüberschreitenden Kontext gestellt werden.  

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