Array ( [entries] => Array ( [0] => Array ( [id] => 12 [catalog_name] => Projekte [parentJumpTo] => 0 [tablename] => tl_project [class] => first last even [data] => Array ( [image] => Array ( [label] => Bild des Projekts [type] => file [raw] => media/projekte/projektbild-ueberlagerung.jpg [value] => [files] => Array ( [0] => media/projekte/projektbild-ueberlagerung.jpg ) [meta] => Array ( ) ) [themes] => Array ( [label] => Themen, die dem Projekt zugeordnet sind [type] => tags [raw] => 1,5,8 [value] => Denkmäler des Zweiten Weltkriegs, Zwischen Opfern und Tätern, Monopol staatlicher Geschichtspolitik? [ref] => Array ( [1] => Array ( [id] => 1 [pid] => 3 [sorting] => 128 [tstamp] => 1248196260 [title_de] => Denkmäler des Zweiten Weltkriegs [description_de] =>

Die Karte Europas lässt sich als vielschichtige Überlagerung von Erinnerungslandschaften lesen. Diese physischen und mentalen Räume repräsentieren dabei Narrative, die den Zweiten Weltkrieg in besonderer Art und Weise in nationale, regionale und lokale Geschichten einbetten. Jede europäische Gesellschaft, die von der Zerstörung betroffen bzw. an dieser beteiligt war, entwickelte einen anderen Umgang mit ihrer Vergangenheit um.

Noch heute prägen die daraus resultierenden Unterschiede das Selbstbild, aber auch die Fremdbilder europäischer Nationen. Im Rahmen der Geschichtswerkstatt Europa wird in kleinen internationalen Projekten und anhand konkreter Fälle analysiert wie sich die daraus gewonnenen Identitäten in Erinnerungsorten kristallisieren und warum sie noch immer Konflikt-, aber auch Versöhnungspotenzial bergen.

[alias] => denkmaeler-des-zweiten-weltkriegs [image] => media/themen/Schwetig Denkmal BV.JPG [title_en] => Second World War Memorials [description_en] =>

The map of Europe can be seen in terms of multi-layered, overlapping remembrance landscapes. These physical and mental spaces represent narratives which anchor the Second World War in national, regional and local histories. Every European society that was affected by or involved in the devastation of the war developed a different relationship with their past.

Even today these differences still shape European nations’ sense of identity and perception of other nations. Through small international projects and case studies, the Geschichtswerkstatt Europa explores how these identities are manifest at sites of remembrance and why they continue to be the focus for both conflict and reconciliation.

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In den Projekten der Geschichtswerkstatt Europa, die sich mit den Begriffen Opfer und Täter auseinandersetzen, geht es um die Schärfung des Blicks für den Handlungsspielraum einzelner Gruppen von Betroffenen und Akteuren, die in die Kernkonflikte des Zwanzigsten Jahrhunderts verwickelt waren. Ziel ist die Sensibilisierung für die gesellschaftlichen Aushandlungsprozesse, in denen erst nach Ende der Kämpfe verhandelt wird, wer als Opfer und wer als Täter gilt, aber auch welche Gruppen verschwiegen werden.

Darüber hinaus gewinnen die oft als passive Beobachter wahrgenommenen Zeitzeugen in den Projekten selbst die Möglichkeit, rückblickend als Akteure aufzutreten, deren Entscheidungen auf der Mikroebene etwas bewirkt haben. Damit verbunden ist die Subjektwerdung von Opfern genauso wie die Entdämonisierung von Tätern, die jenseits ihrer Stigmatisierung als Inkarnation des Bösen als Akteure verstanden werden, die rationale Entscheidungen vollzogen.

[alias] => zwischen-opfern-und-taetern [image] => media/themen/Siemczyno Dorfbewohner unbekannt Foto BV.jpg [title_en] => Between victims and perpetrators [description_en] =>

The projects of Geschichtswerkstatt Europa which explore the concepts of the victim and the perpetrator examine the scope of action of individual groups of people affected by and involved in the major conflicts of the 20th century. The aim is to understand the post-conflict brokering process whereby societies determined who was the victim and who the perpetrator, and which groups to suppress.

The projects give contemporary witnesses, who are often perceived as passive observers, the opportunity to recast themselves retrospectively as active players whose decisions were effective on the micro level. This involves making the victims the subject and de-demonizing the perpetrators who, when no longer stigmatised as evil incarnate, can be seen as active players who made rational decisions.

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Die zunehmende Integration Europas hat bisher nicht zur Entstehung einer europäischen Erinnerung geführt. Zeitgleich zu ersten Versuchen wie dem Musée de l’Europe dennoch einen entsprechenden Kanon von Erzählungen zu etablieren, beobachten wir eine Renaissance nationalstaatlicher Deutungsversuche, die zunehmend von Regierungen ideologisch instrumentalisiert werden, um der Bevölkerung eine bestimmte Version der Vergangenheit zu vermitteln. Diese Strategien treffen immer wieder auf den Widerstand einzelner Gruppen.

Diese Akteure kritisieren einerseits grundsätzlich den Einfluss des Staates bei der Kreation von Erzählungen und setzen sich für ihre eigene Version des Vergangenen ein. Im Rahmen der Geschichtswerkstatt Europa werden diese Aushandlungsprozesse anhand von Diskussionen um Jubiläen, Museen und Denkmäler kritisch verfolgt und die Rolle zivilgesellschaftlicher und wissenschaftlicher Akteure reflektiert.

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The increasing integration of Europe has not so far given rise to a unified European remembrance culture. Along with the first attempts to establish a canon of narratives, by for instance the Musée de l’Europe, there has been a resurgence of state-centred interpretations, which are increasingly used as ideological instruments by governments to project to the population a particular version of history. These strategies frequently encounter resistance from individual groups.

These groups criticise the influence of the state in the creation of narratives and advance their own version of history. Geschichtswerkstatt Europa examines this process of negotiation through discussion of commemorative days, museums, memorials and the role of civil society organisations and academics.

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Ein zentrales Kennzeichen der Geschichtswerkstatt Europa ist, dass in den Projekten Träger unterschiedlicher Kulturen gemeinsam ein inhaltliches Thema behandeln. Dadurch findet das Projekt von Anfang an in Form eines Dialogs bzw. Trialogs statt, der auch die Grenzen gemeinsamer Diskussionen aufzeigt. Erst im Zuge der Projektarbeit werden inhaltliche Differenzen deutlich, aber auch die kulturelle Prägung, die bedingt, wie und warum die Teilnehmer eigentlich ihr Projekt durchführen.

Oft löst in den interdisziplinären Projekten gerade die Einsicht in unterschiedliche kulturelle und wissenschaftliche Sozialisationen Krisen aus. Diese werden in der Geschichtswerkstatt Europa nicht vermieden, sondern als Kernbestandteil der Projektarbeit thematisiert. Die Chance einer Bewältigung dieser Krisen besteht darin, die Bedeutung von eigenen nationalen Prägungen gegenseitig zu hinterfragen und diese zu relativieren, indem durch die Konfrontation der eigenen Wissenskultur mit anderen Grundannahmen scheinbare Gewissheiten ins Wanken geraten.

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It is fundamental to Geschichtswerkstatt Europa that the projects bring together participants from different cultures to work on one theme. From the outset the projects therefore involve dialogue, which reveals the limitations of collective discussions. It is only in the course of the project work that differences become apparent, as well as cultural conditioning, dependent on how and why the participants carry out their project.

Interdisciplinary projects often trigger different cultural and academic crises of socialisation. These are not ignored by Geschichtswerkstatt Europa, but are instead thematised as an important part of the project work. These crises can be overcome by questioning and qualifying the significance of ones own cultural conditioning, while challenging the certainties of ones own knowledge by confronting it with other fundamental assumptions.

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Ich habe das Studium der Germanistik und Anglistik an der Philosophischen Fakultät in Zagreb abgeschlossen und arbeite zurzeit in der Bibliothek des Kroatischen Staatsarchivs. Während meines Studiums war ich ein Jahr lang in Berlin. Da ich die ersten Jahre meines Lebens im Sozialismus verbracht habe, Pionier wurde und über die "Heldentaten" der antifaschistischen Kämpfer in der Schule gelernt habe, Anfang neunziger wiederum den gewalttätigen Zusammenbruch dieses Staates und die blutige Entstehung des unabhängigen Kroatiens mit kapitalistischem Wirtschaftssystems erlebte, fand ich das Thema dieses Projektes von Anfang äußerst spannend. Die Gegenwart beeinflusst die Vergangenheit und den Bezug dazu. Wir werden jederzeit Augenzeugen davon, wie die jüngeren Schichten der Erinnerung die älteren entweder komplett unterdrücken und sogar umwandeln oder ganz im Gegenteil, sie noch stärker ins Leben rufen, je nachdem, wie sich der Besitzer dieser Erinnerungen in einem Zeitalter zurechtfindet. 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Im Förderzeitraum 2009 war die Geschichtswerkstatt Europa dem Schwerpunkt "Schichten der Erinnerung" gewidmet. 28 internationale Teams analysierten, wie heute in Europa an mehrfache Gewalterfahrungen erinnert wird. Sie analysierten in ihren Projekten, wie sich in Dörfern, Städten und Regionen Erinnerungen an Gewalt, Widerstand, Opposition, Zivilcourage und Solidarität im 20. Jahrhundert überlagern.

Weitere Fragen lauteten: Wie kristallisieren sich diese Erinnerungen in Museen, Denkmälern und an anderen Orten? Wie werden Erinnerungsmuster von Generation zu Generation in unterschiedlichen Kulturen geprägt? Wie verändert sich die Vermittlung von Vergangenheit nach dem Ableben der Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs?

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In 2009 Geschichtswerkstatt Europa was focussing on ´layers of remembrance´, 28 international teams were analysing the ways in which Europe today remembers its many conflicts. The projects investigated how memories of violence, resistance, opposition, civilian courage and solidarity in the 20th century are layered and overlapped in villages, towns and regions.

Further questions posed were: how are these memories embodied in museums, memorials and other sites? How are patterns of memory shaped and passed down from generation to generation in different cultures? As there are fewer surviving contemporary witnesses of the Second World War, how is the articulation of the past changing?

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Das Projekt dient dazu, die Entwicklung der Erinnerungskulturen seit dem Zweiten Weltkrieg in Dalmatien mit einem Fokus auf Split und Umgebung nachzuvollziehen. Dabei sollen die entsprechend den politischen Verhältnissen in Kroatien wechselnden Konjunkturen der Erinnerungskulturen miteinander verglichen werden. Als Folge des Zweiten Weltkriegs entstanden in Split und im dalmatinischen Hinterland zahlreiche Stätten zur Erinnerung an bestimmte Ereignisse der Kriegszeit, die aus der Perspektive der Partisanen vor allem den antifaschistischen Widerstand und die Opfer der gegnerischen Gewalt thematisieren. Den Einstieg in unsere Untersuchung der Erinnerungskultur bildet also der Partisanenkult. Mit Erlangung der Eigenstaatlichkeit Anfang der neunziger Jahre wurden diese Denkmäler vielfach beschädigt oder entfernt und bekamen Konkurrenz durch neue, „national“ motivierte Gegenstücke. Seit der Jahrtausendwende wird das Verhältnis beider für das kollektive Selbstverständnis des heutigen Kroatiens wichtige Erinnerungskulturen verstärkt auf der gesellschaftlichen Ebene problematisiert. Kam es zu einer Überlagerung oder Verdrängung?

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Das Projekt dient dazu, die Entwicklung der Erinnerungskulturen seit dem Zweiten Weltkrieg in Dalmatien mit einem Fokus auf Split und Umgebung nachzuvollziehen. Dabei sollen die entsprechend den politischen Verhältnissen in Kroatien wechselnden Konjunkturen der Erinnerungskulturen miteinander verglichen werden. Als Folge des Zweiten Weltkriegs entstanden in Split und im dalmatinischen Hinterland zahlreiche Stätten zur Erinnerung an bestimmte Ereignisse der Kriegszeit, die aus der Perspektive der Partisanen vor allem den antifaschistischen Widerstand und die Opfer der gegnerischen Gewalt thematisieren. Den Einstieg in unsere Untersuchung der Erinnerungskultur bildet also der Partisanenkult. Mit Erlangung der Eigenstaatlichkeit Anfang der neunziger Jahre wurden diese Denkmäler vielfach beschädigt oder entfernt und bekamen Konkurrenz durch neue, „national“ motivierte Gegenstücke. Seit der Jahrtausendwende wird das Verhältnis beider für das kollektive Selbstverständnis des heutigen Kroatiens wichtige Erinnerungskulturen verstärkt auf der gesellschaftlichen Ebene problematisiert. Kam es zu einer Überlagerung oder Verdrängung?

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This project will study the development of the Dalmatian remembrance culture since WWII, focussing on Split and the surrounding area. We will compare the changes in the remembrance cultures in line with political relations. After WWII numerous memorial sites were established in Split and across Dalmatia to commemorate specific events of the war, which from the perspective of the partisans prioritised the anti-fascist resistance and the victims of partisan violence. The starting point for our investigation of the remembrance culture will be the cult of the partisan. When statehood was granted in the early 1990s, many of these memorials were damaged or pulled down and there was competition from new „national“ subjects. Since the turn of the century, the relationship of contemporary Croats to collective national identity has made both remembrance cultures increasingly socially problematic. Have memories been superimposed or repressed? 

 

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This project will study the development of the Dalmatian remembrance culture since WWII, focussing on Split and the surrounding area. We will compare the changes in the remembrance cultures in line with political relations. After WWII numerous memorial sites were established in Split and across Dalmatia to commemorate specific events of the war, which from the perspective of the partisans prioritised the anti-fascist resistance and the victims of partisan violence. The starting point for our investigation of the remembrance culture will be the cult of the partisan. When statehood was granted in the early 1990s, many of these memorials were damaged or pulled down and there was competition from new „national“ subjects. Since the turn of the century, the relationship of contemporary Croats to collective national identity has made both remembrance cultures increasingly socially problematic. Have memories been superimposed or repressed? 

 

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Bild des Projekts

Überlagerung, Verdrängung oder ungestörtes Nebeneinander? Landschaftliche Erinnerungskultur in Dalmatien zwischen Partisanenkult und Repräsentation der Nationalstaatlichkeit

Das Projekt dient dazu, die Entwicklung der Erinnerungskulturen seit dem Zweiten Weltkrieg in Dalmatien mit einem Fokus auf Split und Umgebung nachzuvollziehen. Dabei sollen die entsprechend den politischen Verhältnissen in Kroatien wechselnden Konjunkturen der Erinnerungskulturen miteinander verglichen werden. Als Folge des Zweiten Weltkriegs entstanden in Split und im dalmatinischen Hinterland zahlreiche Stätten zur Erinnerung an bestimmte Ereignisse der Kriegszeit, die aus der Perspektive der Partisanen vor allem den antifaschistischen Widerstand und die Opfer der gegnerischen Gewalt thematisieren. Den Einstieg in unsere Untersuchung der Erinnerungskultur bildet also der Partisanenkult. Mit Erlangung der Eigenstaatlichkeit Anfang der neunziger Jahre wurden diese Denkmäler vielfach beschädigt oder entfernt und bekamen Konkurrenz durch neue, „national“ motivierte Gegenstücke. Seit der Jahrtausendwende wird das Verhältnis beider für das kollektive Selbstverständnis des heutigen Kroatiens wichtige Erinnerungskulturen verstärkt auf der gesellschaftlichen Ebene problematisiert. Kam es zu einer Überlagerung oder Verdrängung?

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