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Die Karte Europas lässt sich als vielschichtige Überlagerung von Erinnerungslandschaften lesen. Diese physischen und mentalen Räume repräsentieren dabei Narrative, die den Zweiten Weltkrieg in besonderer Art und Weise in nationale, regionale und lokale Geschichten einbetten. Jede europäische Gesellschaft, die von der Zerstörung betroffen bzw. an dieser beteiligt war, entwickelte einen anderen Umgang mit ihrer Vergangenheit um.

Noch heute prägen die daraus resultierenden Unterschiede das Selbstbild, aber auch die Fremdbilder europäischer Nationen. Im Rahmen der Geschichtswerkstatt Europa wird in kleinen internationalen Projekten und anhand konkreter Fälle analysiert wie sich die daraus gewonnenen Identitäten in Erinnerungsorten kristallisieren und warum sie noch immer Konflikt-, aber auch Versöhnungspotenzial bergen.

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The map of Europe can be seen in terms of multi-layered, overlapping remembrance landscapes. These physical and mental spaces represent narratives which anchor the Second World War in national, regional and local histories. Every European society that was affected by or involved in the devastation of the war developed a different relationship with their past.

Even today these differences still shape European nations’ sense of identity and perception of other nations. Through small international projects and case studies, the Geschichtswerkstatt Europa explores how these identities are manifest at sites of remembrance and why they continue to be the focus for both conflict and reconciliation.

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In den Projekten der Geschichtswerkstatt Europa, die sich mit den Begriffen Opfer und Täter auseinandersetzen, geht es um die Schärfung des Blicks für den Handlungsspielraum einzelner Gruppen von Betroffenen und Akteuren, die in die Kernkonflikte des Zwanzigsten Jahrhunderts verwickelt waren. Ziel ist die Sensibilisierung für die gesellschaftlichen Aushandlungsprozesse, in denen erst nach Ende der Kämpfe verhandelt wird, wer als Opfer und wer als Täter gilt, aber auch welche Gruppen verschwiegen werden.

Darüber hinaus gewinnen die oft als passive Beobachter wahrgenommenen Zeitzeugen in den Projekten selbst die Möglichkeit, rückblickend als Akteure aufzutreten, deren Entscheidungen auf der Mikroebene etwas bewirkt haben. Damit verbunden ist die Subjektwerdung von Opfern genauso wie die Entdämonisierung von Tätern, die jenseits ihrer Stigmatisierung als Inkarnation des Bösen als Akteure verstanden werden, die rationale Entscheidungen vollzogen.

[alias] => zwischen-opfern-und-taetern [image] => media/themen/Siemczyno Dorfbewohner unbekannt Foto BV.jpg [title_en] => Between victims and perpetrators [description_en] =>

The projects of Geschichtswerkstatt Europa which explore the concepts of the victim and the perpetrator examine the scope of action of individual groups of people affected by and involved in the major conflicts of the 20th century. The aim is to understand the post-conflict brokering process whereby societies determined who was the victim and who the perpetrator, and which groups to suppress.

The projects give contemporary witnesses, who are often perceived as passive observers, the opportunity to recast themselves retrospectively as active players whose decisions were effective on the micro level. This involves making the victims the subject and de-demonizing the perpetrators who, when no longer stigmatised as evil incarnate, can be seen as active players who made rational decisions.

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Die Geschichtswerkstatt Europa fragt zum Beginn des 21. Jahrhunderts nach der Zukunft der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg, da mit dem langsamen Ableben der Erlebnisgeneration eine Veränderung in den europäischen Erinnerungskulturen erfolgt. "Der Zeitzeuge", der bisher als scheinbar direkter Berichterstatter für vermeintliche Authentizität stand, legitimiert nicht mehr die kulturelle Praxis des Erinnerns an die Katastrophen des 20. Jahrhundert. Die Vermittlung von Ursachen und Konsequenzen dieser steht vor neuen methodischen, moralischen und didaktischen Herausforderungen. 

Daraus ergibt sich die Frage, wie die Nachgeborenen heute kritisch mit den Zeugnissen ganz unterschiedlicher Erlebnisgenerationen umgehen. Wie können sie, ohne die Wahrhaftigkeit dieser Erzählungen anzuzweifeln, die so entstandenen Texte in ihrem selbst geschaffenen Entstehungskontext dechiffrieren und Erzählmuster sowie -strategien erkennen? Wie ist es möglich, Zeitzeugen im Prozess des kritischen Umgangs mit der durch den Forscher und Zeitgenossen selbstgeschaffenen hermeneutischen Situation nicht als "lebendigen Text" sondern als individuellen Menschen wahrzunehmen? Wie kann das Wechselspiel aus Annäherung und Distanzierung im Spannungsfeld von Empathie und Analyse einen Gewinn für die Zeitzeugen und die Fragenden entwickeln?

Um diesen Fragen nachzugehen, stellen verschiedene Projekte der Geschichtswerkstatt Europa unterschiedliche Gruppen von Zeitzeugen in den Mittelpunkt ihres Projektes. Andere Projekte verwenden Oral History Interviews zur zusätzlichen Kontextualisierung ihrer Suchbewegungen. Was Ihnen gemein ist: Sie gehören zu den letzten Projekten, die diese Quelle von Legitimation ihrer Arbeit zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust direkt in Anspruch nehmen können.

 

[alias] => die-perspektive-der-zeitzeugen [image] => media/themen/Elektrosila Zeitzeugin FA.jpg [title_en] => The perspective of contemporary witnesses [description_en] =>

At the beginning of the 21st century, Geschichtswerkstatt Europa asks about the future of remembrance regarding the Second World War, as changes are occuring in European cultures of memory through the gradual waning away of witnesses taht are able to give a first-hand account. Having called on the implicit authenticity of first-hand reporters, nowadays contemporary wittnesses alone are no longer able to legitimise the cultural practice of remembering the catastrophes of 20th century history. The discussion of reasons and consequences of these confronts us with new methodical, moral and didactical challenges.

How can younger generations critically come to terms with the accounts of different generations, sharing different experiences? How can they look behind the codes, patterns and strategies of accounts within the specific contexts from which they emanated, without questioning their validity as a whole? How is it possible to keep perceiving wittnesses as individuals in their own right within a hermeneutical process that subjects them to critical scrutiny? How can the simultaneous actions of approaching and distancing oneself, while constantly transgressing the borders of empathical proximity and analytical distance, be of gain to both wittnesses and researchers?

In order to follow up on these questions, different projects of Geschichtswerkstatt Europa have put contemporary wittnesses into the focus of their undertakings. Other projects employ the methods of Oral History in order to further contextualise their research. What unites them: they are among the last projects that will be able to call on this source of legitimisation of their dealing with the history of World War Two and the Holocaust.

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Als Quelle historischen Wissens erst nach dem Zweiten Weltkrieg etabliert, wird heute bereits das Ende der Zeitzeugen debattiert: zentrales Motiv der Diskussion ist dabei der angenommene Verlust eines spezifisch wertvollen Zugangs zur Vergangenheit. Mündlich erfragte Geschichte spielt in den Projekten der Geschichtswerkstatt Europa eine herausgehobene Rolle, erlaubt sie doch eine intensive und unmittelbare Auseinandersetzung junger Europäer mit den Gewalterfahrungen im 20. Jahrhundert und der Erinnerung an diese.

Dies ist nicht möglich, ohne Oral History als Methode, aber auch mit Blick auf die durch sie gewonnenen Erkenntnisse, kritisch anzuwenden: Eine Auseinandersetzung mit der Erinnerung an die Gewalterfahrungen im 20. Jahrhundert muss individuelle wie kollektive, staatlich initiierte wie gesellschaftlich gepflegte Gedächtnisse gleichermaßen berücksichtigen und zu einander in Beziehung setzen.

[alias] => oral-history [image] => media/methoden/Neumark Exkursion Zeitzeugen Gespraech CaroMekelburg.JPG [title_en] => Oral history [description_en] =>

Established as a source of historical knowledge only after the Second World War, today the decline of contemporary witnesses is debated. Central to the debate is the presumed loss of a particularly valuable link to history. Oral history is key to the projects of Geschichtswerkstatt Europa, allowing the young Europeans a more intensive and direct engagement with the conflicts of the 20th century and remembrance of them.

This would not be possible without the method of oral history or the ability to critically apply the knowledge gathered in this way. Any discussion of remembrance of the conflicts of the 20th century must take into account both individual and collective memories, those cultivated by the state and society and consider them alongside one another.

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Ein zentrales Kennzeichen der Geschichtswerkstatt Europa ist, dass in den Projekten Träger unterschiedlicher Kulturen gemeinsam ein inhaltliches Thema behandeln. Dadurch findet das Projekt von Anfang an in Form eines Dialogs bzw. Trialogs statt, der auch die Grenzen gemeinsamer Diskussionen aufzeigt. Erst im Zuge der Projektarbeit werden inhaltliche Differenzen deutlich, aber auch die kulturelle Prägung, die bedingt, wie und warum die Teilnehmer eigentlich ihr Projekt durchführen.

Oft löst in den interdisziplinären Projekten gerade die Einsicht in unterschiedliche kulturelle und wissenschaftliche Sozialisationen Krisen aus. Diese werden in der Geschichtswerkstatt Europa nicht vermieden, sondern als Kernbestandteil der Projektarbeit thematisiert. Die Chance einer Bewältigung dieser Krisen besteht darin, die Bedeutung von eigenen nationalen Prägungen gegenseitig zu hinterfragen und diese zu relativieren, indem durch die Konfrontation der eigenen Wissenskultur mit anderen Grundannahmen scheinbare Gewissheiten ins Wanken geraten.

[alias] => transkulturelle-reflexion [image] => media/methoden/TadO2008 Schloegel u Garai Gespraech GB.JPG [title_en] => Transcultural reflection [description_en] =>

It is fundamental to Geschichtswerkstatt Europa that the projects bring together participants from different cultures to work on one theme. From the outset the projects therefore involve dialogue, which reveals the limitations of collective discussions. It is only in the course of the project work that differences become apparent, as well as cultural conditioning, dependent on how and why the participants carry out their project.

Interdisciplinary projects often trigger different cultural and academic crises of socialisation. These are not ignored by Geschichtswerkstatt Europa, but are instead thematised as an important part of the project work. These crises can be overcome by questioning and qualifying the significance of ones own cultural conditioning, while challenging the certainties of ones own knowledge by confronting it with other fundamental assumptions.

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Ich bin Doktorand an der Staatlichen Pädagogischen Universität Woronesch. Mein wissenschaftliches Interesse liegt in der Geschichte von nazistischen Konzentrationslagern. Mein Forschungsthema ist „Das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück (1939-1945): Überlebensstrategien der Häftlinge“. Ich arbeite eng mit dem Regionalzentrum für mündliche Geschichte zusammen, nehme aktiv an entsprechenden Projekten teil. 2005-2006 erhielt ich das Stipendium von der Heinrich-Böll-Stiftung und 2008 konnte ich im Archiv des Staatlichen Museums "Auschwitz-Birkenau" dank dem Stipendium der Stiftung der Stokholmer Konferenz im Rahmen des Projektes «Task Force für die Internationale Kooperation für die Bildung, Erinnerung und Forschung zum Holocaust» meine Forschung durchführen. Im Rahmen dieses Projektes sind meine Forschungsschwerpunkte die Anverwandlung und Transformation des Räumlichen durch die deutsche Besatzungspolitik im Zeitraum 1942-43 im Gebiet Woronesch. 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Ich komme aus Hamburg und studiere dort seit an der Universität Hamburg dem Wintersemester 2007 Geschichte mit dem Nebenfach Politikwissenschaften. Schon im zweiten Semester entwickelte sich bei mir ein starkes Interesse für russische Geschichte. Ich belegte bald überwiegend Seminare und Vorlesungen im Bereich Russland und besuche nun seid zwei Semestern einen russisch Sprachkurs an der VHS. Einen direkten Bezug zu Woronesch habe ich nicht allerdings freue ich mich nun nach einigen vorbereitenden Workshops sehr darauf in diesem Gebiet zu forschen [description_en] => Guten Tag, mein Name ist Otis Bergemann. Ich komme aus Hamburg und studiere dort seit an der Universität Hamburg dem Wintersemester 2007 Geschichte mit dem Nebenfach Politikwissenschaften. Schon im zweiten Semester entwickelte sich bei mir ein starkes Interesse für russische Geschichte. 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Ich studiere an der Russischen Akademie für Rechtswesen in Woronesch, ich möchte Jurist warden. Ich bin eine recht naive Person, aber aufgeschlossen und der Umgang mit anderen Menschen macht mir viel Spaß. Ich züchte auch Kateen. Eine tiefe Achtung empfinde ich vor den Veteranen des Vaterländischen Krieges. Ihnen habe wir zu verdanken, dass es Russland noch gibt. Ich möchte an dem Projekt des Reginalen Zentrums für mündliche Geschichte teilnehmen, weil ich mich für die Geschichte Woroneschs interessiere. Außerdem möchte ich mich mit neuen interessanten Menschen bekannt machen, das lernen, was ich noch nicht kann. [description_en] => Mein Name ist Swetlana Chlopowa. Ich studiere an der Russischen Akademie für Rechtswesen in Woronesch, ich möchte Jurist warden. Ich bin eine recht naive Person, aber aufgeschlossen und der Umgang mit anderen Menschen macht mir viel Spaß. Ich züchte auch Kateen. Eine tiefe Achtung empfinde ich vor den Veteranen des Vaterländischen Krieges. 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Nach Abschluss ihres Studiums war sie Lehrbeauftragte für Internationale Beziehungen an der Universität Minsk und arbeitete im Oral-History-Projekt zu Sklaven- und Zwangsarbeit der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ in Belarus. Von November 2005 bis Oktober 2008 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Europäische Geschichte an der Universität Hamburg, mittlerweile schließt sie mit Hilfe eines Stipendiums der Gerda-Henkel-Stiftung ihre Promotion zum Thema „Polnische und Jüdische Identitätskonstruktionen im Spiegel des Gedenkens an den Zweiten Weltkrieg“ ab. [description_en] => Imke Hansen studierte von 1999 bis 2004 Politikwissenschaft, Geschichte und Osteuropastudien an den Universitäten Hamburg und Krakau. Nach Abschluss ihres Studiums war sie Lehrbeauftragte für Internationale Beziehungen an der Universität Minsk und arbeitete im Oral-History-Projekt zu Sklaven- und Zwangsarbeit der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ in Belarus. 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Ich möchte Jurist werden. In Woronesch habe ich bereits mehrere Freunde. Ich habe in meiner Freizeit viel vor: ich interessiere mich für Geographie und Geschichte vieler Länder, sammle Münzen. Deshalb nehme ich an den Projekten des Regionalen Zentrums für mündliche Geschichte teil. Ich möchte dadurch mehr über die Geschichte des Zweiten Weltkrieges erfahren – über diese Tragödie Russlands und der ganzen Welt. [description_en] => Ich bin Kyrill Kusnetsow, ich komme aus Samara, aber ich studieren an der Russischen Akademie für Rechtswesen in Woronesch. Ich möchte Jurist werden. In Woronesch habe ich bereits mehrere Freunde. Ich habe in meiner Freizeit viel vor: ich interessiere mich für Geographie und Geschichte vieler Länder, sammle Münzen. Deshalb nehme ich an den Projekten des Regionalen Zentrums für mündliche Geschichte teil. Ich möchte dadurch mehr über die Geschichte des Zweiten Weltkrieges erfahren – über diese Tragödie Russlands und der ganzen Welt. 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Ich habe mehrere Jahre im Bereich der Firmen- und Wirtschaftsgeschichte, mit dem Konzept des History Marketings gearbeitet und somit Erfahrung in angewandter Geschichte im außeruniversitären Umfeld gesammelt. Darüber hinaus beschäftige ich mich u.a. mit Geschichtspolitik und der Holocaust-Forschung. Seit einem Jahr bin ich an mehreren Projekten des Historischen Instituts der Universität Hamburg beteiligt und freue mich darauf, erneut mit dem Regionalen Zentrum für mündliche Geschichte in Woronesch zusammen zu arbeiten. Es erwarten uns arbeits- aber auch erkenntnisreiche und spannende Wochen in Woronesch und ich hoffe, dass unsere Ergebnisse einen Anstoß für viele weitere Projekte dieser Art geben. [description_en] => Ich bin in Polen (Kościerzyna) geboren, lebe aber seit 1989 gemeinsam mit meiner Familie in Hamburg, wo ich Politikwissenschaft und Osteuropa Studien, mit dem Schwerpunkt Neuere Geschichte, studierte. 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In der Schule habe ich die Geschichte, vor allem die Geschichte Russlands kennengelernt, hatte auch Regionalgeschichte. Nun habe ich ein großes Interesse für die Geschichte anderer Länder. Dies ist auch ein Grund dafür, dass ich mich an diesem Projekt beteiligen möchte. Es ist auch für mich eine gute Möglichkeit Fremdsprachen tiefer zu erlernen. Ich studiere Polnisch und Englisch, möchte aber auch Deutsch lernen. Ich habe auch vor, einen tieferen Einblick in die Geschichte Deutschlands und Russlands zu bekommen. [description_en] => Ich studiere Jura und interessiere mich für Geschichte. In der Schule habe ich die Geschichte, vor allem die Geschichte Russlands kennengelernt, hatte auch Regionalgeschichte. Nun habe ich ein großes Interesse für die Geschichte anderer Länder. Dies ist auch ein Grund dafür, dass ich mich an diesem Projekt beteiligen möchte. Es ist auch für mich eine gute Möglichkeit Fremdsprachen tiefer zu erlernen. 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Ich heiße Tatiana Ponomareva. Ich bin aktiver und geselliger Mensch. Ich bin eher geisteswissenschaftliche veranlagt. Kein Wunder, dass meine Studienwahl die Fakultät für Fremdsprachen ist. Ich studiere Deutsch und Englisch, bin im 4. Studienjahr und bedauere nicht einmal, dass ich mich dafür entschieden habe. An unserer Fakultät nehme ich an verschiedenen Projekten teil, die von Bosch-Lektorinnnen initiiert werden. Außerdem war ich an einigen internationalen Projekten in Deutschland und Polen beteiligt und habe schon einige Erfahrung auf diesem Gebiet. Mir macht es Spaß, im Team zu arbeiten; so ist es leichter, richtige Entscheidung zu treffen. Ich habe ein besonderes Interesse für moderne deutsch-russische Beziehungen. Dieses Projekt hier ist meiner Ansicht nach sehr interessant und bietet allen Beteiligten die Möglichkeit, sich mit neuen Forschungsmethoden bekannt zu machen und das Bild der Nachkriegszeit zu vervollständigen. [description_en] => Hallo! Ich heiße Tatiana Ponomareva. 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Zur Zeit bin ich Doktorandin am Lehrstuhl für auswärtige Geschichte derselben Fakultät. An den Projekten des Regionalen Zentrums für mündliche Geschichte nehme ich mit besonderem Interesse teil. Mein Interesse dafür erklärt sich dadurch, dass in der Geschichte Woroneschs immer noch zahlreiche Wissenslücken auszufüllen sind. Vor allem betrifft das die Zeitspanne 1942-43, die Zeit der Besatzung Woroneschs durch die deutschen Truppen und ihre Allierten. Die Forscher sind bei Studium dieser Periode mit vielen Problemen konfrontiert. So sind nur wenige Quellen in den Archiven des Gebiets Woronesch verfügbar, darunter die Akten der Kommission, die die nazistischen Verbrechen in den Jahren 1942-43 dokumentiert hatte. Deshalb sind die Möglichkeiten, die die Verfahren der mündlichen Geschichte bietet, kaum zu überschätzen: die Interviews mit den Zeit- und Augenzeugen können das historische Wissen ergänzen und entscheidend beeinflussen. 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Seit 2006 studiere ich an der Universität Hamburg Ethnologie im Hauptfach und Lateinamerika-Studien und Soziologie in den Nebenfächern. Seit Mitte 2008 lerne ich Russisch und interessiere mich zunehmend für die Russische Kultur und Sprache. Daher freue ich mich sehr über die Möglichkeit, an dem Projekt in Woronesch teilnehmen zu können. Ich denke, dass die Zusammensetzung der deutschen Gruppe, die aus Studenten verschiedener Fachbereiche besteht, eine sehr vielfältige und interessante Betrachtungs- und Herangehensweisen im Bezug auf unsere Aufgaben ermöglichen wird. Besonders freue ich mich aber auf die Zusammenarbeit mit den russischen Studenten vor Ort. Ich hoffe, dass dieses Projekt einen intensiven Dialog fördern, und für beiden Seiten neue Blickwinkel eröffnen wird. [description_en] => Mein Name ist Svenja Schöneich und ich komme aus Hamburg. Seit 2006 studiere ich an der Universität Hamburg Ethnologie im Hauptfach und Lateinamerika-Studien und Soziologie in den Nebenfächern. Seit Mitte 2008 lerne ich Russisch und interessiere mich zunehmend für die Russische Kultur und Sprache. Daher freue ich mich sehr über die Möglichkeit, an dem Projekt in Woronesch teilnehmen zu können. Ich denke, dass die Zusammensetzung der deutschen Gruppe, die aus Studenten verschiedener Fachbereiche besteht, eine sehr vielfältige und interessante Betrachtungs- und Herangehensweisen im Bezug auf unsere Aufgaben ermöglichen wird. Besonders freue ich mich aber auf die Zusammenarbeit mit den russischen Studenten vor Ort. Ich hoffe, dass dieses Projekt einen intensiven Dialog fördern, und für beiden Seiten neue Blickwinkel eröffnen wird. 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Ich unterrichte auswärtige Geschichte an der Filiale der Russischen Akademie für Rechtswesen in Woronesch. Mein wissenschaftliches Interesse gilt de Geschichte Deutschlands in der Zeit 1945-49. Ich war mehrmals an diversen internationalen größeren wissenschaftlichen Projekten als Mitarbeiterin und auch als Leiterin beteiligt. Solche Projekte haben mir die Möglichkeit gewährt, ein und dasselbe Problem von mehreren Seiten wahrzunehmen. Sie lehren, den Standpunkt einer anderen Person zu respektieren und zu beachten. Das vorliegende Projekt bietet den russischen und deutschen Studierenden die Möglichkeit, sich eine interkulturelle Erfahrung anzueignen, indem individuelle und kollektive Erfahrungen aus der Kriegszeit und Besatzungszeit Woroneschs sowie Erinnerungen vieler Personen an die Periode 1942-43 eingesammelt werden. Ich wünsche allen viel Erfolg. 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Ich studiere Ostlavistik, Südslavistik und Osteuropastudien im Magisterstudiengang. Im eigentlichen Sinne bin ich also keine Historikerin. Geschichtswissenschaft ist jedoch ein Bestandteil von Osteuropastudien und der Teil des Curriculums, der mich am meisten interessiert. Wie aus meiner gesamten Studienfachwahl ersichtlich, habe ich ein großes Interesse an Osteuropa allgemein und Russland im Besonderen, weshalb ich mich auch innerhalb der Geschichte auf osteuropäische Themen spezialisiert habe. Das Projekt „Schichten der Erinnerung“ ist für mich jedoch nicht nur aufgrund des geographischen und sprachlichen Bezugs relevant. Es bietet die Gelegenheit, das bereits erworbene Wissen anzuwenden und tatsächlich historisch zu arbeiten. Zudem erhalte ich die Möglichkeit praktische Erfahrungen in der Oral History zu sammeln. Besonderes Interesse habe ich an dem, für mich neuen, Konzept der Raumsoziologie, das den mir bekannten Methoden aus der Literaturwissenschaft überraschend ähnelt und einen alternativen Zugang bietet. Auch wenn ich mich in Russland schon einige Male, sowohl zu Studienzwecken wie auch als Tourist, aufgehalten habe, ist die Teilnahme an dem Projekt „Schichten der Erinnerung“ sprachlich wie professionell eine Herausforderung, auf die ich sehr gespannt bin [description_en] => Mein Name ist Ingrid Lena Unbehauen. Ich studiere Ostlavistik, Südslavistik und Osteuropastudien im Magisterstudiengang. Im eigentlichen Sinne bin ich also keine Historikerin. Geschichtswissenschaft ist jedoch ein Bestandteil von Osteuropastudien und der Teil des Curriculums, der mich am meisten interessiert. 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Im Förderzeitraum 2009 war die Geschichtswerkstatt Europa dem Schwerpunkt "Schichten der Erinnerung" gewidmet. 28 internationale Teams analysierten, wie heute in Europa an mehrfache Gewalterfahrungen erinnert wird. Sie analysierten in ihren Projekten, wie sich in Dörfern, Städten und Regionen Erinnerungen an Gewalt, Widerstand, Opposition, Zivilcourage und Solidarität im 20. Jahrhundert überlagern.

Weitere Fragen lauteten: Wie kristallisieren sich diese Erinnerungen in Museen, Denkmälern und an anderen Orten? Wie werden Erinnerungsmuster von Generation zu Generation in unterschiedlichen Kulturen geprägt? Wie verändert sich die Vermittlung von Vergangenheit nach dem Ableben der Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs?

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In 2009 Geschichtswerkstatt Europa was focussing on ´layers of remembrance´, 28 international teams were analysing the ways in which Europe today remembers its many conflicts. The projects investigated how memories of violence, resistance, opposition, civilian courage and solidarity in the 20th century are layered and overlapped in villages, towns and regions.

Further questions posed were: how are these memories embodied in museums, memorials and other sites? How are patterns of memory shaped and passed down from generation to generation in different cultures? As there are fewer surviving contemporary witnesses of the Second World War, how is the articulation of the past changing?

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A working group of German, Ukrainian and Russian students will investigate the history of occupation during the Second World War in the region of Voronezh. A „memory lab“ in Voronezh will bring a working group together to compile and contextualise the history of various individuals and groups, both perpetrators and victims of the occupation. The aim is not only to reconstruct the complex realities of occupation, but to locate the various concepts of memory and historical ideals between collective remembrance and individual memories. Using both biographical (oral history interviews) and cultural history approaches, the various historical ideals and narratives as well as individual and collective memories will be identified and brought together. This will create a multi-faceted image of both the history of the region and the memories of occupation. The central question posed by the work is: how was the experience of the Second World War and German occupation of the region of Voronezh 1940-43 remembered and passed down by various individuals and groups (Russians, Ukrainians, Germans, Jews)?

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Bild des Projekts

Individuelle Erinnerungen und kollektives Gedächtnis an Besatzung und Krieg im Gebiet Woronesch

Eine Arbeitsgruppe deutscher, ukrainischer und russischer Studierenden setzt sich mit der Geschichte der Besatzungszeit im Gebiet Woronesch während des Zweiten Weltkriegs auseinander. In einem konzeptionellen Treffen zur gemeinsamen Arbeit im „Labor der Erinnerung“ im Sommer in Woronesch wird in einem diskursiven Prozess die Geschichte verschiedener Individuen und Gruppen sowohl der Täter- als auch der Opferseite erarbeitet und kontextualisiert. Dabei soll es nicht nur um eine Rekonstruktion der komplexen Besatzungswirklichkeit gehen, sondern vor allem um verschiedene Erinnerungskonzeptionen und Geschichtsbilder im Spannungsfeld zwischen kollektivem Gedächtnis und biographischen Erinnerungen. Durch eine teils biographische (Oral-History-Interviews), teils kulturhistorische Perspektive sollen verschiedene Geschichtsbilder und –narrative, individuelle und kollektive Gedächtnisse herausgearbeitet und miteinander in Beziehung gesetzt werden. Daraus zeichnet sich schließlich ein facettenreiches Bild nicht nur der Geschichte der Region, sondern auch der Erinnerung an die Besatzungszeit. Die zentrale Fragestellung lautet dabei: Wie wurde der Zweite Weltkrieg und die Besatzungszeit im Gebiet Woronesch 1940-1943 von verschiedenen Individuen und Gruppen (Russen, Ukrainern, Deutschen, Juden) erinnert und tradiert?

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