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1939. Beginn der deutsch-polnischen Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg

 

Der siebzigste Jahrestag des Kriegsausbruchs eröffnet die Möglichkeit, die Ereignisse des Jahres 1939 zu erinnern und in ihrem zeitgenössischen sozio-politischen Kontext in Polen und Deutschland zu verorten. Wir wollen in beiden Ländern die Diskurse über kollektive Erfahrungen untersuchen und dabei dominante Narrative herausarbeiten. Wir werden erforschen welche Aspekte von 1939 am häufigsten erinnert werden, in welcher Form dies geschieht als auch welche Bedeutung diesen zugemessen wird. Diese dominanten Narrative werden den Bezugspunkt unserer Forschung bilden. Unser Hauptaugenmerk wird indes auf individuelle, autobiographische Erinnerungen von „durchschnittlichen“ Deutschen und Polen gerichtet sein, die sich (zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Kontexten zwischen 1939 und 2009) ihrer Erfahrungen und Erinnerungen dieser Zeit entsinnen. Es wird zwei Gruppen von Gesprächspartnern geben: 1) Jene, die 1939 in Warschau oder entlang der polnisch-deutschen Grenze lebten bzw. erlebten sowie 2) Bewohner der östlichen polnischen Grenzgebiete, die 1939 von der Sowjetunion annektiert wurden. Unsere deutschen Partner werden sich auf auf die Erzählungen von Berlinern und Bewohnern der deutsch-polnischen Grenzgebiete konzentrieren. Wir werden vier Zusammenstellungen von Quellen zu 1939 erarbeiten - eine für jede der Fallstudien. Ein deutsch-polnisches Seminar für Studierende wird in Warschau stattfinden und der kritischen Untersuchung und Diskussion unterschiedlicher Perspektiven auf das Material dienen. 

 

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